Die Botschaft der Glöckner:innen

(ps) - Als ich an Heilig Abend vor die Kirche trat, hatten die Glöckner:innen von Oeschgen bereits ihr Glockenspiel begonnen. Während sich die meisten Gottesdienstbesucher:innen auf den Weg in ihre warme Weihnachtsstube machten, waren die Musiker:innen fast unbemerkt noch einmal in den kalten Kirchturm aufgestiegen. An handlichen Buchengriffen spannten sie die dünnen Drahtseile und mit gekonntem Zug schlugen sie die fünf Kirchenglocken über sich rhythmisch an.

Bekannte Melodien erfüllten den Abendhimmel, weltliche und fromme. Mit nur fünf Tönen. In der Kälte. Im Zusammenspiel. Mit Freude. Trotz allem.

Da dachte ich: Was für eine Predigt! - Mit beschränkter Tonleiter ganze Melodien spielen. Seine Komfortzone vor dem Fest noch einmal verlassen. Ungewohnte  Herangehensweisen zusammen einüben. Unsere Hörgewohnheiten herausfordern. Spielend aufeinander hören. - Nacht und Masken konnten der Spielfreude und dem Charme der einfachen Melodien nichts anhaben. Könnten das die «neuen Massnahmen» werden?