Segen aus der Quelle

«Maria Lichtmess» am Sonntag, den 31. Januar um 9 Uhr in der Kirche Oeschgen

Mit gefesselten Händen, kurz vor seiner Hinrichtung durch die Gestapo, schrieb Alfred Delp SJ am 17. November 1944 folgenden Text nieder und schmuggelte ihn aus dem Gefängnis:

„Innerlich habe ich viel mit dem Herrgott zu tun und zu fragen und dran zu geben. Das Eine ist mir so klar und spürbar wie selten: Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen, wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt […] für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.“
 
Der Blasiussegen ist keine Impfung und geweihte Kerzen schaffen Krankheiten nicht aus der Welt. Doch lädt uns die Feier dieser Segnungen ein, das ganze Leben in den dankbaren Blick Gottes zu nehmen und bis zum «Brunnenpunkt» seiner Zuwendung zu vertrauen. Vielleicht könnte das auch neues Licht auf die alte Verheissung Gottes werfen, der da sagt: «Ich bin der, der ich dabei sein werde» (Ex 3,14), eine Zusage, die besonders in «bösen Stunden» weiter führt.

Herzliche Einladung zum Gottesdiest «Maria Lichtmess» am Sonntag, den 31. Januar um 9 Uhr. Patrik Suter, Pfarreiseelsorger in Ausbildung, Oeschgen

 

Bild: Wasseraustritt des Brunnens vor dem Schlössli Oeschgen