Süsser Tee und starker Tobak

Am 27. Februar fand im Rahmen der ökumenischen Bibelwochen der zweite Bibelabend in Oeschgen statt.

Pfarreiseelsorgerin empfing ihren Reformierten Kollegen Pfarrer Christian Vogt und ihre Gäste in gemütlich-orientalischem Ambiente. Zum biblischen Schönheitskonzept im alten Testament erklärte sie, dass Gott als schön angesehen werde und folglich auch seine Geschöpfe und die Menschen als sein Abbild schön sind. Damit ist nicht nur das äussere Erscheinen gemeint, sondern auch die inneren Werte.

«Ungemütlich» und herausfordernd wurde es dann, als es ans Vorlesen des Textes aus dem Buch Ester ging. Die alte, märchenhafte Geschichte zeichnet ein grosses Gefälle im Verhältnis der Geschlechter nach. Da ist ein König mit einem riesigen Harem, aus dem er sich die schönste Frau aussuchen darf. Das war für einzelne Frauen und Männer in der angeregten Gesprächsrunde starker Tobak – erinnert das doch an Sexismus, Machtmissbrauch und Frauendiskriminierung in unserer Zeit. Wie umgehen mit einem solchen Text in der Bibel? Sich aufrütteln lassen, von diesem ungeschönten Blick auf die Welt? Sich einsetzen dafür, dass Menschen in ihrer ganzen Würde und Schönheit – innerlich wie äusserlich gesehen werden? Sich identifizieren mit den biblischen Hauptpersonen, die einer verfolgten und unterdrückten Minderheit angehören – und dennoch ihren Weg gehen? Der nächste Bibelabend in Oeschgen ist am Dienstag, 24. Februar 2026 um 19:30 Uhr. Er beginnt im Pfarreisaal und wird weitergeführt in der Kirche, wo der Text des Abends als «Bibelwort in Bewegung» erlebt werden kann.